Brennende Banknoten

Inflation: Billiges Geld, teures Leben

Spurensuche in den Geschichtsbüchern nach den Ursprüngen der Inflation und ein Blick auf eine mögliche Zukunft.

Es herrscht Aufruhr im Römischen Reich 301 nach Christus. Ein Bluff war aufgeflogen. Einst schwer und glänzend, hatten Münzen plötzlich kaum mehr Wert. Still und heimlich wurde in der Münzherstellung der Silberanteil reduziert und durch minderwertige Buntmetalle ersetzt, bis er gerade einmal 1 Prozent betrug. Denn ein mächtiges Heer will fürstlich entlohnt werden, doch der Reichtum des Kaisers sollte nicht schrumpfen. Volk und Soldaten drohten sich gegen die Herrscher aufzulehnen. Ein Gesetz, das einen Höchstpreis für alle Waren diktierte, schien das Mittel der Wahl, um die Gemüter zu besänftigen. Die Todesstrafe sprachen Diokletian, Maximian, Constantius und Galerius, die als „Tetrarchen“ kollegial über ein Reich vom Atlantik bis zum Tigris herrschten, bei Missachtung aus. Aus Furcht brachte man nichts Verkäufliches mehr auf den Markt, der Schwarzmarkt blühte, die Teuerung beschleunigte sich.

Inflation ist kein Phänomen des modernen Kapitalismus, sondern hat ihre Wurzeln weit zurück in der Zeit. Es ließe sich ein Abenteuerroman schreiben, der die Leser mit Wendungen und Überraschungen in Atem hält. Dies betrifft die Menschen in Europa bis zum heutigen Tag, denn Inflation, Energiepreise und Geldpolitik bewegen sie so stark wie lange nicht mehr. Wir werfen einen Blick in die Geschichtsbücher und sprechen mit Wirtschaftshistoriker Prof. Dr. Tobias Straumann über die Gegenwart. So viel sollte gleich zu Beginn gesagt werden: Es gibt zahlreiche Parallelen.

„Heute wie früher sind zwei Entwicklungen zusammen gekommen. Auf der einen Seite hat der Staat mit einer expansiven Geld- und Finanzpolitik die Nachfrage überdurchschnittlich angeheizt. Auf der anderen Seite kam es zu einer Angebotsknappheit. Das heißt, die Preissteigerungen haben eine doppelte Ursache. Das macht es so schwierig, die Inflation wieder auf das gewünschte Niveau von zwei Prozent zurückzubringen. In der Hyperinflation der 1920er war eine Währungsreform notwendig. In den 1970er-Jahren dauerte es zehn Jahre, bis sich die Energiemärkte wieder beruhigten und die Zentralbanken sich trauten, mit Zinserhöhungen die Nachfrage zu dämpfen“, umreißt Prof. Dr. Tobias Straumann die Lage. 

Aber zurück zur Geschichte. Nach dem Wertverfall der Münzen in der Antike setzt sich die Praxis der Münzverschlechterung auch im Mittelalter fort. Immer mehr Herrscher prägten ihre eigenen Währungen, die anfänglich einen intrinsischen Wert hatten, der dem Metall entsprach, aus dem sie gemacht waren. Doch rasch begannen auch sie, billige Legierungen zu verwenden, um ihren finanziellen Bedarf zu decken und der Wert der Münzen verfiel. Die „Groschenkrise“ im 14. Jahrhundert in England ist ein berühmtes Beispiel dafür. König Eduard III begann minderwertige Münzen aus Kupfer zu prägen, um die Kriegskosten des Hundertjährigen Krieges zu finanzieren. Die Bevölkerung verlor das Vertrauen in diese Münzen und die Inflation stieg rapide an.

Antikes Geld: Römische Münzen aus Gold und Silber
Antikes Geld hatte anfänglich einen intrinsischen Wert, der dem Metall entsprach, aus dem sie gemacht waren. Doch rasch begannen Herrscher, billige Legierungen zu verwenden. Foto: Adobe Stock

Im 16. Jahrhundert erlebte Europa die sogenannte „Preisrevolution“. Mit den Entdeckungen und Eroberungen in der Neuen Welt wurde eine riesige Menge an Gold und Silber nach Europa gebracht. Diese Edelmetalle wurden zuerst in Spanien und später in anderen europäischen Ländern in Münzen umgewandelt. Die Preise für Waren und Dienstleistungen stiegen dadurch in einem bis dahin ungekannten Ausmaß. Die Preisrevolution veränderte auch die Art und Weise, wie Menschen über Geld und Wohlstand dachten. Diejenigen, die Zugang zu den neuen Reichtümern hatten, konnten ihren sozialen Status erheblich verbessern, während diejenigen, die nicht davon profitierten, mit steigenden Kosten für Lebensmittel und andere Güter konfrontiert waren. Diese Veränderungen trugen zur Entstehung des frühen Kapitalismus und zu sozialen Umwälzungen bei.

Die Geburt des modernen Bankwesens und der Papiergeld-Inflation

Die nächsten wichtigen Entwicklungen in der Geschichte der Inflation ereigneten sich während der industriellen Revolution. Mit dem Aufstieg des modernen Bankwesens wurden Banknoten als Zahlungsmittel immer populärer. Doch diese Banknoten waren oft nicht durch Gold oder Silber gedeckt. Stattdessen setzten die Banken auf das Vertrauen der Öffentlichkeit in ihre Fähigkeit, Geld auszugeben und einzuziehen, was zur Inflation des Papiergeldes führte. Ein berühmtes Beispiel dafür ist die Französische Revolution. In den Jahren 1789 bis 1796 gab die französische Regierung Unmengen von Assignaten aus – Papiergeld, das nicht durch Gold oder Silber gedeckt war. Die Geldmenge stieg rapide an und die Preise schossen in die Höhe. Dies führte zu wirtschaftlicher Instabilität und sozialen Unruhen.

„Es gibt zwei historische Ereignisse, die wir immer wieder neu untersuchten: die deutsche Hyperinflation von 1923 und die Inflation der 1970er-Jahre. Das erste Ereignis ist ein Extremfall, der zeigt, was passieren kann, wenn alles schief geht. Das zweite Ereignis ist interessant, weil es zeigt, wie hohe Energiepreise die Wirtschaft belasten können.“

Prof. Dr. Tobias Straumann

Die Goldstandard-Ära und die Weltkriege

Im 19. Jahrhundert wurde der Goldstandard zu einem wichtigen Bestandteil der internationalen Finanzmärkte. Die Idee dahinter war, dass der Wert einer Währung durch eine feste Menge an Gold gesichert war. Dies sollte Inflation verhindern, da die Geldmenge durch die Goldreserven begrenzt war. Während des Ersten Weltkriegs begannen jedoch viele Länder, den Goldstandard aufzugeben, um ihre Kriegsanstrengungen zu finanzieren. Die Ausgabe von Papiergeld ohne ausreichende Deckung führte in vielen Ländern zu einer massiven Inflation. Ein berühmtes Beispiel ist die deutsche Hyperinflation in den 1920er-Jahren, bei der die Menschen ihr Geld in Körben zur Bäckerei trugen, um sich Brot leisten zu können. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Goldstandard in einigen Ländern wieder eingeführt, konnte die Weltwirtschaft aber nicht vor der Großen Depression in den 1930er-Jahren schützen. Die hohe Arbeitslosigkeit und die wirtschaftliche Unsicherheit in dieser Zeit führten zu politischen Umwälzungen. Als schließlich der Zweite Weltkrieg ausbrach, sahen sich viele Länder erneut gezwungen, den Goldstandard aufzugeben, um die enormen Kriegsausgaben zu finanzieren.

Der Goldstandard als Schutz vor Inflation
Der Goldstandard sollte sicherstellen, dass nicht mehr Geld im Umlauf war, als durch die Goldreserven gedeckt werden konnte. Foto: Adobe Stock, William Potter

Die Ära nach dem Zweiten Weltkrieg und die Bretton-Woods-Konferenz

Auf dem Höhepunkt des Zweiten Weltkriegs versuchten die (angehenden) Siegermächte, die internationale Wirtschaftsordnung neu zu gestalten. Auf der Bretton-Woods-Konferenz im Jahr 1944 wurde ein neues Währungssystem vereinbart, das den US-Dollar als Weltleitwährung etablierte. Die meisten anderen Währungen wurden an den Dollar gebunden, der seinerseits durch Gold gedeckt war. Dieses System, gekoppelt an die neu gegründete Weltbank und den Internationalen Währungsfonds, sollte die Stabilität in der Weltwirtschaft sicherstellen. In den Jahren nach dem Krieg erlebten die meisten Industrieländer eine Phase des Wohlstands und des wirtschaftlichen Aufschwungs. Die Inflation war weitgehend unter Kontrolle.

Der Nixon-Schock und Ölkrisen in den 1970ern

Die 1970er-Jahre brachten eine dramatische Veränderung. Die Vereinigten Staaten waren in den Vietnamkrieg verwickelt und gaben enorme Geldsummen aus, um ihn zu finanzieren. Dies führte zu einer erheblichen Ausweitung der Geldmenge, die nicht mehr durch ausreichende Goldreserven gedeckt war. 1971 entschied sich Präsident Richard Nixon, den US-Dollar vom Goldstandard abzukoppeln, was das Ende des Bretton-Woods-Systems bedeutete. Dieser Schritt löste eine Welle von Währungsabwertungen und Inflation aus. Zu dieser Zeit brachen auch die beiden Ölkrisen aus. 1973 drosselte die OPEC, die Organisation erdölexportierender Länder, die Ölfördermengen drastisch und verursachte durch die damit verbundenen Preissteigerungen hohe Inflationsraten in vielen Ländern. Die Ölkrisen führten zu einer Phase der sogenannten „Stagflation“, bei der hohe Inflation und hohe Arbeitslosigkeit gleichzeitig auftraten. 1979 löste die iranische Revolution die zweite Ölkrise aus. Erhebliche Produktionsausfälle führten zu einem starken Preisanstieg und der Verknappung des Angebots. Dies verursachte weltweit wirtschaftliche Turbulenzen mit steigenden Energiekosten, Inflation sowie einer Beeinträchtigung des Wirtschaftswachstums.

Federal Reserve Fassade
Die Federal Reserve, die Amerikanische Notenbank, war in der Geschichte der Inflation immer wieder Hauptschauplatz. Foto: Adobe Stock, Aaron Kohr

Die Volcker-Revolution und die Bekämpfung der Inflation

In den späten 1970er-Jahren und Anfang der 1980er-Jahre begannen einige Länder, die Inflation energisch zu bekämpfen. Besonders bemerkenswert war die Politik des damaligen Vorsitzenden der Federal Reserve, Paul Volcker, in den Vereinigten Staaten. Er erhöhte die Zinssätze drastisch, um die Inflation einzudämmen und trieb die Wirtschaft in eine scharfe Rezession. Zahlreiche Unternehmen mussten Insolvenz anmelden, Arbeitslosigkeit und Armut stiegen dramatisch an. Auch global, insbesondere in Schwellenländern, die Schulden in Dollar hatten, waren die Auswirkungen drastisch. Das Vertrauen in die Wirtschaftspolitik der Regierung war erschüttert. Trotz massiver Kritik hielt Volcker an seiner Strategie fest. Diese Politik war äußerst schmerzhaft, führte jedoch letztendlich zu einer Reduzierung der Inflationsraten. Ähnliche Maßnahmen wurden auch in anderen Ländern ergriffen, sodass die Inflation in den meisten Industrieländern unter Kontrolle gebracht werden konnte. Dies markierte vorerst das Ende einer Ära hoher Inflationsraten. Insgesamt führte der Volcker-Schock zu einer entscheidenden Wende in der modernen Wirtschaftspolitik und -theorie. Vor allem die Rolle einer unabhängigen Zentralbank wurde gestärkt. 

Die Ära der niedrigen Inflation und die Auswirkungen der Globalisierung

In den 1990er- und 2000er-Jahren erlebten viele Länder eine Periode niedriger Inflation. Dies war zum Teil auf die erfolgreiche Bekämpfung der Inflation in den vorangegangenen Jahren zurückzuführen, aber auch auf die zunehmende Globalisierung der Wirtschaft. Die Globalisierung führte zu einem verstärkten Wettbewerb und niedrigeren Preisen für viele Waren und Dienstleistungen. Zusätzlich führte die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie zu Effizienzsteigerungen in der Produktion und Distribution, was ebenfalls dazu beitrug, die Preise stabil zu halten.

Bulle und Bär Börse Frankfurt
Die Finanzkrise 2008 erschütterte die gesamte Welt. Foto: Adobe Stock, Petrus Bodenstaff

Die Finanzkrise von 2008 und die quantitative Lockerung

2008 kam es zu einem einschneidenden Ereignis in der jüngeren Geschichte der Inflation. Die Krise wurde durch das Platzen einer Immobilienblase ausgelöst, die zu massiven Bankenpleiten und wirtschaftlicher Unsicherheit führte. Ben Bernanke, der damalige Vorsitzende der Federal Reserve, war eine Schlüsselfigur bei den Reaktionen auf die Krise. Er setzte außergewöhnliche Schritte wie die Senkung der Zinsen auf nahezu null und die Einführung von Quantitative Easing (QE), einem Programm zum Ankauf von Staats- und Hypothekenanleihen, um die Kreditvergabe und Investitionen zu fördern und die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten. Diese Politik hatte das Ziel, die Wirtschaft anzukurbeln und eine mögliche Deflation zu verhindern, die durch die Finanzkrise ausgelöst wurde. Sie führte jedoch auch zu Bedenken hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen auf die Inflation. Einige befürchteten, dass die enorme Ausweitung der Geldmenge zu einem Anstieg der Inflation führen könnte, sobald sich die Wirtschaft erholt.

Der nächste Big Bang: COVID-19

Es folgten einige Jahre ohne allzu große Krisen. Doch dann kam COVID-19 – eine Pandemie, die die Welt im Jahr 2020 erschütterte. Um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern, führten viele Länder erneut quantitative Lockerungsmaßnahmen durch und erhöhten ihre Staatsausgaben erheblich. Als ob das nicht schon genug gewesen wäre, marschierte Russland im Februar 2022 in die Ukraine ein. Was danach geschah, ist den meisten von uns noch allzu gegenwärtig.

Ein Blick in die Zukunft: Wie könnte es – aus heutiger Sicht – weiter gehen?

Prof. Dr. Straumann ist vorsichtig optimistisch: „Die Zentralbanken haben schneller reagiert als in den 1970er-Jahren. Es wird aber nicht reichen, solange die Energiepreise wegen der militärischen Konflikte immer wieder in die Höhe schießen. Ich vermute deshalb, die Inflation verschwindet nicht so schnell, wie wir uns das wünschen würden.“
Haben die Staaten zu stark gegengesteuert? In einem Fachvortrag für die Zürcher Kantonalbank Österreich AG im September verwies Straumann darauf, dass die Inflation keine Folge des Ukraine-Krieges gewesen sei, sondern schon vor dem Krieg begonnen habe. „Die überschäumende Konjunktur nach der COVID-19-Pandemie war einer der Gründe. Es herrschte ein gewaltiger Druck, die Nachfrage ist explodiert und viele Länder haben übertriebene und zu starke Unterstützungsmaßnahmen ergriffen, mit denen sich Unternehmen teilweise saniert haben“, so Straumann. Das zeige sich am Beispiel USA in puncto Budgetdefizit. Es kam zum größten Defizitzuwachs seit über zehn Jahren. Der starke wirtschaftliche Stimulus müsse erst verarbeitet werden.

Prof. Dr. Tobias Straumann, Silvia Richter, Zürcher Kantonalbank Österreich
Prof. Dr. Tobias Straumann (li.) gab in seinem Fachvortrag „Inflation, Energie & Geopolitik“ für die Zürcher Kantonalbank Österreich spannende Einblicke auf globale Zusammenhänge. Im Bild mit Silvia Richter (Mitglied des Vorstandes), Ivica Kuzmanoski (Direktor Private Banking Wien).

Folgenreiche Energie-Entscheidungen

Auch wenn der Krieg in der Ukraine doch überraschend kam, sind die Probleme auf der Energieseite laut Straumann zumindest teilweise hausgemacht. Die Fehlentwicklung bei der Energiestrategie in den Jahren zuvor sei klar ersichtlich. „Deutschland beispielsweise wollte rund um die Atomkrise in Fukushima die Energiewende forcieren und aus der Atomenergie aussteigen. Die Gasimporte stiegen an und man machte sich abhängig von einem Energieträger, der in Wahrheit gar nicht so grün ist. Das war eine schwere Fehlentscheidung. Es war klar, dass diese früher oder später für Probleme sorgen würde“, unterstrich Straumann. Obwohl Russland 2014 die Krim annektiert hatte, wurde Nord Stream 2 fertiggebaut. 2020 sei über die Hälfte des deutschen Gases aus Russland gekommen. „Wenn man sich die verbrauchte Primärenergie Deutschlands ansieht, ist der Anteil der erneuerbaren grünen Energie in den letzten zehn Jahren kaum gewachsen. Es wurden viele Milliarden Euro ausgegeben, aber der Erfolg der Strategie ist bescheiden.“ Am Beispiel der Energie zeige sich auch gut, dass Inflation komplex ist. Sie habe eine Nachfrageseite, doch die Angebotsseite müsse politisch geregelt werden.

Hartnäckige Inflation, Geldpolitik bleibt restriktiv

Laut Straumann wird die Geldpolitik erwartungsgemäß weiterhin restriktiv ausgerichtet sein. Dies kann für Länder wie Deutschland, die mit Infrastrukturproblemen zu kämpfen haben, sei es im Bereich der Bahn, des Internets oder der Autobahnen, problematisch sein. Niedrige Zinsen seien einst nicht genutzt worden, um Kredite aufzunehmen. Südliche Länder hätten es besser gemacht und sich langfristig zu guten Konditionen verschuldet. „Die Inflation in der Gegenwart ist nicht so übel wie damals und derzeit sieht es nicht so aus, als ob man in einen ähnlichen langfristigen Strudel geraten würde. Der Höhepunkt der Inflation ist überschritten, sie ist aber noch nicht ganz ausgestanden“, lautete das Fazit von Tobias Straumann.

Was bedeutet die Inflation für die Geldanlage?

Christian Nemeth
Christian Nemeth, CEO/CIO der Zürcher Kantonalbank Österreich AG

Christian Nemeth, CIO der Zürcher Kantonalbank Österreich zur Situation für Anleger im November 2023: „Die Inflationsentwicklung hat dazu geführt, dass die wichtigsten Zentralbanken in einem enormen Tempo die Zinsen anheben mussten. Noch vor zwei, drei Jahren wäre so eine Entwicklung kaum vorstellbar gewesen. Dies hat an den Anleihemärkten auch für einen großen Preisdruck gesorgt, der Anpassungsprozess war für Anleger sehr schmerzhaft. Nach vorne geblickt haben sich die Rahmenbedingungen auf der Anleihen Seite dadurch aber wesentlich verbessert, es gibt nach vielen Jahren der Durststrecke erstmals wieder auskömmliche Renditen. Um auf lange Sicht eine reale Wertsteigerung mit seinem Portfolio erzielen zu können, darf der Aktienanteil jedoch weiterhin nicht zu gering ausfallen.“ 

Brennende Banknoten Das Phänomen Inflation

Inflation ist ein wirtschaftliches Phänomen, das eine allgemeine und anhaltende Erhöhung des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft beschreibt. Dies bedeutet, dass die Preise für die meisten Güter und Dienstleistungen im Laufe der Zeit steigen und die Kaufkraft einer Währung sinkt. Inflation wird oft in Prozent ausgedrückt und als jährliche Inflationsrate gemessen, die angibt, wie stark das Preisniveau im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Es gibt verschiedene Ursachen für Inflation und sie kann auf unterschiedliche Weisen auftreten:

  • Nachfrageinflation: Diese tritt auf, wenn die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen das Angebot übersteigt. Wenn die Verbraucher mehr kaufen möchten, als die Wirtschaft produzieren kann, steigen die Preise, da die Anbieter ihre Produkte zu höheren Preisen verkaufen können.
  • Kosteninflation: Hier steigen die Preise aufgrund gestiegener Produktionskosten, wie beispielsweise höheren Lohnkosten oder steigenden Rohstoffpreisen. Die Unternehmen geben diese Kostensteigerungen oft an die Verbraucher weiter.
  • Geldmengeninflation: Dies tritt auf, wenn die Geldmenge in einer Volkswirtschaft schneller wächst als die Wirtschaft selbst. Wenn es mehr Geld im Umlauf gibt, ohne dass die Produktion von Gütern und Dienstleistungen in gleichem Maße zunimmt, kann dies zu einem Anstieg der Preise führen.

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